Artikel Peter Grau

Über die Künstlerin Ulla M. Neuhaus

Ulla Neuhaus: Aquarellmalerei auf Folie und Seide

26. August 2017 Kunst und Kultur

 

Ulla Neuhaus lebt in der Stadt Husum im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Literarisch ist Husum als „graue Stadt am Meer“ bekannt. In eben dieser Gegend, etwa eine halbe Autostunde entfernt,  war ich vor einiger Zeit, um in Seebüll die Werke des expressionistischen Malers Emil Nolde zu besichtigen.

 

Beide Künstler sind nicht zu vergleichen. Warum sollten sie auch? Jeder Künstler ist für sich zunächst eine Persönlichkeit. Dann aber wird es für mich interessant. Ich versuche mich anzunähern, zu entdecken. Und das Schöne an der heutigen Zeit ist, daß man dazu nicht weit fahren und eine Ausstellung besuchen muß, möge sie auch noch so schön sein.

 

Man hat es einfacher, denn das Internet öffnet bereitwillig die Tore. Die meisten Künstler sind sehr kommunikativ, stellen sich sowohl auf eigenen Webseiten als auch bei Facebook oder Instagram vor.

 

So auch Ulla Neuhaus.  Aber bei ihr fällt es mir zunächst schwer, all das zu sortieren, was sie anbietet. Zuerst war ich leicht irritiert, als ich auf einer ihrer Webseiten (www.nordsee-atelier.com)  nur mit Englisch konfrontiert wurde. Zwar war dann beim Anklicken dieser kurzen Worte viel deutsch zu lesen, aber warum anfangs soviel englisch?

 

Unter ME wurde es mir dann schnell klar, welche internationalen Verbindungen die gebürtige Dortmunderin aufgebaut hatte. Ulla Neuhaus selbst hat das wie folgt beschrieben:

 

Gründung des Kunstvereins ART 7

“ 1991 gründete ich in Ulm einen eigenständigen Kunstverein, in dem jeder Künstler/-in willkommen war, der/die auch als solche/r zu Diskussionen über Politik und Allgemeines, über Kunst und speziell zur eigenen Kunstrichtung bereit war. Für mich speziell lag der Reiz darin, Künstler zusammen zu bringen, die bislang keinen geeigneten Verein gefunden hatten, die keine großen Summen als Mitgliedsbeiträge bezahlen konnten oder wollten und die Gespräche untereinander für wertvoll und konstruktiv hielten.  Zudem reizte schon damals auch der Gedanke, Künstler aus Europa zusammen zu bringen und miteinander Treffen zu starten, um regelmäßige Diskussionen zu führen und um Ausstellungen gemeinsam zu organisieren.

 

Durch eine Annonce gestartet ließ der erste Künstler nicht lang auf sich warten. Sehr rege und schnell fand sich eine Gruppe von Künstlern aus sieben europäischen Staaten und einem Teilnehmer aus Indien. Vereinbart wurde ein wöchentliches Treffen, um sich erst einmal kennen zu lernen und um weitere Schritte zu überlegen, durchzusprechen und auch zu diskutieren. Diese Länder waren vertreten: Deutschland, Marokko, Spanien, Italien, Rumänien, Bosnien und Indien. Wir waren  nun eine Künstlergruppe von 12 Personen, darunter drei weibliche Künstler, die Gedanken, Ideen und Gespräche austauschten und oftmals in eine politische Diskussion verfielen durch die Vielschichtigkeit der so unterschiedlichen Länder, aus denen diese Künstler stammten. Damals gab es z. B. Krieg im ehemaligen Jugoslawien, und der Künstler aus Bosnien machte sich natürlich Gedanken um sein Land und um seine Familie.

 

Es waren sehr interessante Erfahrungen, die man machte, wenn man z. B. die Einstellungen und Ideen eines Künstlers aus Marokko hörte. Auch Rumänen, Spanier oder Iteliener besitzen eine andere Mentalität als Künstler hier in Deutschland, und so musste einiges ge- und erarbeitet werden, damit alle Künstler sozusagen an einem Strang ziehen.“

 

Soweit die Künstlerin zu ihren internationalen Bestrebungen.  Nun wird es aber Zeit, sich ihren Werken zu widmen. Vielfältig das Schaffen und so soll zunächst ein Werk aus jeder Rubrik genügen:

 

Fiction:

Dann wende ich mich der zweiten Webseite zu (  http://www.silk-art.jimdo.com). Dort erklärt Ulla Neuhaus ihre gegenwärtige Maltechnik:

Als langjährige Künstlerin liegt mein Hauptaugenmerk auf der Aquarellmalerei, früher wie üblich auf Bütten-Papier oder Bütten-Karton sowie Aquarellpapier. Heute seit fast 3 Jahren auf einem Untergrund aus Seide und Leinwand, seit ca. 1 Jahr mit Aquarellfarben auf Folie. Eine ganz neue Richtung, interessant, farblich explosiv mit höchster Brillanz der Aquarellfarben.

 

Begonnen hatte das Ganze mit der Neugier auf einen neuen Untergrund. Wie durch einen Zufall geriet ich an das Material Seide, auf dem ich Aquarellfarben probieren wollte. Eigentlich spannt man ja die Seide auf einen Rahmen, was mir dann aber nicht gefiel, da sich die malende Hand durch die Seide drückte, es ergab sich kein Halt. So entstand die Idee, das Seidenmaterial auf einem festen Untergrund zu applizieren. Nach mehreren missglückten Versuchen entstand dann das erste Seidenbild auf Leinwand im Jahr 2008. Nach einer längeren Pause ließ mir dieses Material aber keine Ruhe, so dass ich 2011 weiter machte. Eine ganze Serie aus der Reihe der Aquarellbilder auf Seide entstand.

Seide ist ein faszinierendes Material, welches den Aquarellfarben freien Lauf lässt, somit das Aussehen des gemalten Untergrundes darauf nicht vorhersehbar ist, – aber gerade das ist ja spannend an diesem Material, der Seide.

 

Als zweites kam dann die Folienmalerei hinzu, hier wurde von mir aus reinem Interesse an Ungewöhnlichem dieses Papier ausprobiert. Es sieht aus in etwa wie ein Blatt Fotopapier, es handelt sich aber um ein Blatt Kunststoff in Form einer Folie. Sie ist nicht sehr schwer, daher muss man, wenn man ein Bild kreieren möchte, sie zuvor auf einem festen Untergrund wie z. B. einer Hartfaserplatte aufziehen.

 

Diese Folie bewirkt eine immense Strahlkraft der Aquarellfarben, die Farbintensität ist sehr ungewöhnlich. Auch hierbei handeln die Aquarellfarben beim Erstauftrag ganz eigenständig, wodurch sich ein spannender Hintergrund bildet. Das Material hat so viele ungewohnte Eigenschaften, dass man sich erst hineinfinden muss, um damit arbeiten zu können. Das Material ist einzigartig und es lohnt sich immer, es einmal auszuprobieren.

 

Soweit die Künstlerin über ihre Maltechnik.

 

 

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© 2017 Ulla M. Neuhaus

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